Gedanken oder Sätze wie „Ich bin liebenswert“, „Ich gebe immer mein Bestes“, „Ich verdiene es, glücklich zu sein“ können eine positive Wirkung auf uns haben. Wenn wir sie richtig anwenden, dann haben diese positiven Affirmationen die Kraft, unsere Gedanken und unser Verhalten zum Besseren zu verändern.
Das liest sich interessant? Das finde ich auch. Und deswegen möchte ich diesem Thema auf den Grund gehen. In diesem Beitrag möchte ich zunächst klären, was Affirmationen überhaupt sind. Auch möchte ich klären, warum und wie sie wirken. Und ich kann dir schon versichern: Diese kleine Reise in die Welt der positiven Worte wird dich faszinieren. Lass uns also direkt in dieses interessante Thema einsteigen.
Was sind eigentlich Affirmationen?
Genau genommen sind Affirmationen einfache und klar formulierte Sätze, die positiv sind und eine bejahende Aussage beinhalten. Dabei geht der Begriff „Affirmation“ auf das lateinische Wort „affirmatio“ zurück, was so viel bedeutet wie Versicherung und Beteuerung.
Diese bejahenden und affirmativen Aussagen geben einem Gedanken, einer Situation oder Handlung eine positive Einordnung und können festgefahrenen sowie entmutigenden Gedanken-, Gefühls- und Handlungsmustern entgegenwirken.Dafür sind diese positiv ausformulierten Sätze immer mit einem Ziel verbunden, das erreicht werden möchte. Das kann mehr Erfolg im Beruf sein, eine gesündere Lebensweise, ein gefestigtes Selbstvertrauen, harmonische Beziehungen oder auch eine gestärkte Selbstliebe.
Durch die stetige Wiederholung der Affirmation, die laut oder leise regelmäßig ausgesprochen wird, bietet sie unserem Unterbewusstsein neue Informationen. Damit lassen sich Blockaden lösen und überholte sowie hindernde Gedankenstrukturen ersetzen durch neue, befreiende und inspirierende Gedankenmuster.
Als wirkungsvolles psychologisches Hilfsmittel helfen uns somit Affirmationen, negative Glaubenssätze abzulegen und zu ersetzen, sodass wir unsere eigenen Gedanken und unser Verhalten auf ein von uns selbst ausgewähltes Ziel ausrichten können. Denn das grundsätzliche Ziel aller positiven Affirmationen ist, uns ein erfüllteres und befreites Leben führen zu lassen.
Was bewirken Affirmationen in meinem täglichen Leben?
Émile Coué, der als erster das Prinzip der Autosuggestion und der positiven Affirmation beschrieb, stellte Folgendes fest: „Jede Vorstellung, die sich genügend stark eingeprägt hat, strebt danach, sich zu verwirklichen. Und verwirklicht sich zweifelsohne.“ Damit hat er die Wirkungsweise von Affirmationen sehr treffend beschrieben.
Denn die positiv formulierten Botschaften, die wir an uns selbst richten und die wir mehrfach täglich wiederholen, verändern unsere Denkweise. So schaffen wir im Laufe der Zeit positive und lebensbejahende Gedankenmuster. Ein wichtiger Aspekt ist hier die Wiederholung.
Denn durch die ständigen Wiederholungen der Affirmationen manifestiert sich diese neue Denkweise in unserem Unterbewusstsein und bewirkt allmählich eine Veränderung in unserem Denken, Fühlen und Handeln.
So können positive Affirmationen unsere Gedanken ändern
Wir stehen im ständigen Dialog mit uns. Auch ohne Selbstgespräche zu führen – ganz in unseren Gedanken. Und von denen schießen uns wissenschaftlichen Studien zufolge rund 60.000 bis 70.000 jeden Tag durch den Kopf. Auch wenn wir unsere Gedanken nicht unterdrücken oder anhalten können, so können wir jedoch wählen, welche Gedanken wir vorziehen. Und hier kommen die positiven Affirmationen ins Spiel.
Wie positive ausformulierte Sätze unsere Gedanken tatsächlich beeinflussen können, zeigt sich bei einer psychologischen Betrachtung. Da können wir erkennen, dass Affirmationen auf mehreren Ebenen aktiv sind.
Die Wirkung von Affirmationen auf der bewussten Ebene
Mit einer positiven Aussage wie „Ich bin stark und erfolgreich“ oder „Ich bin liebenswert und werde geschätzt“ können wir unsere negativen Selbstgespräche stoppen und überwinden. Die stetige Wiederholung schafft es, die negativen Gedankenmuster aufzubrechen und unser Selbstvertrauen zu stärken. In der Psychologie nennt man das eine kognitive Umstrukturierung, was nichts anderes bedeutet, als dass wir unsere Gedanken beeinflussen und positiv gestalten.
Die Wirkung von Affirmationen auf der unbewussten Ebene
Stetig wiederholt wirken positive Affirmationen auch auf einer tieferen, unbewussten Ebene. Sie beeinflussen unser Unterbewusstsein und letztlich schaffen wir durch die Arbeit mit positiven Affirmationen neue und positive Glaubenssätze. Damit können wir alte überschreiben oder transformieren, die sich auf uns und unser Leben negativ auswirken. In der Psychologie ist dieses Phänomen bekannt unter dem Namen Neuroplastizität. Und wie der Name schon verrät, ist unser Gehirn in der Lage, sich neuen Umständen anzupassen, indem es neue neuronale Verbindungen bildet.
Das Leben eines Menschen ist das, was seine Gedanken daraus machen.
Marcus Aurelius
Positive Affirmationen stärken unser Selbstvertrauen und unsere Selbstliebe
Die Gründe, uns mit positiven Affirmationen zu beschäftigen, können vielseitig sein. Jedoch liegt der wohl wichtigste darin, dass sie uns sehr effektiv dabei unterstützen, Ängste und Unsicherheiten zu überwinden. Denn letztlich schaffen sie es, dass wir mit mehr Selbstvertrauen und Selbstliebe durchs Leben gehen. Und ein gesundes Selbstvertrauen kombiniert mit Wertschätzung und Liebe für sich selbst bildet das Fundament für ein erfülltes, selbstbestimmtes und freies Leben.
Darum sind Selbstliebe und Selbstachtung wichtig für positives Denken
Sich selbst annehmen, so wie man ist, ist vielleicht eine der größten Herausforderungen in unserem Leben. Wenn wir uns aber dank positiver Affirmationen wie „Ich bin genug“, „Ich bin wertvoll“ und „Ich bin geliebt“ daran erinnern, dass wir genau richtig sind, dann haben zerfleischende Selbstgespräche keine Chance mehr in unserem täglichen Gedankenkarussell.
Diese einfachen Worte der Affirmation haben die Kraft, die Wahrnehmung über uns und die Art, wie wir die Welt sehen, zu verändern. Sie lassen uns unsere persönlichen Grenzen erkennen, sodass wir unsere eigenen Bedürfnisse und Wünsche nicht immer hinten anstellen. Sie lassen uns fühlen, wenn wir uns in scharfer Eigenkritik verlieren.
Denn mit zu wenig Selbstliebe und einem geringen Selbstwertgefühl missachten wir oft unsere persönlichen Grenzen und lassen uns in einen negativen Gedankensumpf reinziehen. Wenn wir jedoch unsere eigenen Bedürfnisse, Wünsche und Ziele stets ignorieren, dann fühlen wir uns nicht nur schlecht. Sondern dieser Zustand kann in einer tiefen Erschöpfung und schlimmstenfalls einer Depression münden.
Ein Mangel an Selbstliebe und Selbstwert stammt aus der Kindheit
Wie ich bereits in meinen vorherigen Beiträgen erklärt habe, kommen negative Glaubenssätze nicht von ungefähr. Der Ursprung vieler unserer negativen Glaubenssätze liegt tatsächlich in unserer Kindheit. Sie wurden uns von unserem sozialen Umfeld wie ein Samen in unsere naive Gefühls- und Gedankenwelt eingepflanzt und beeinflussen unser Denken, Fühlen und Handeln bis ins Erwachsenenalter hinein.
Was wir als Kind vollkommen ungeprüft für wahr hielten, hat sich in unserem Unterbewusstsein gespeichert und ist weiterhin aktiv. Dabei sind es schon so einfache Sätze wie
„Du bist immer so langsam“,
„Du machst dauernd Fehler“,
„Jungen weinen nicht“,
„Mathe ist nichts für Mädchen“,
„Du bleibst sitzen, bis du aufgegessen“,
die den Grundstein dafür legen, dass wir als Erwachsene immer noch unbewusst nach diesen Glaubenssätzen leben. Dadurch entstehen nicht nur persönliche Beschränkungen, sondern auch ein Mangel an Selbstvertrauen, Selbstliebe und Selbstachtung.
Positive Affirmationen können dabei helfen, diese negativen Glaubenssätze in positive zu wandeln. Und wenn du mehr über das gesamte Thema Glaubenssätze wissen möchtest, dann erfährst du alles Wichtige dazu in meinen Beiträgen „Die Macht unserer Glaubenssätze – wie innere Überzeugungen unser Leben beeinflussen“ und „Endlich selbstbestimmt – alte Überzeugungen loswerden & Glaubenssätze positiv verändern“.
Die Kraft positiver Affirmationen wurde bereits vor Jahrhunderten erkannt
Die Wirkung von positiven Gedanken und Affirmationen erfuhr in den vergangenen 200 Jahren einen neuen Bekanntheitsgrad und hier habe ich einige der wichtigsten Wegbereiter beispielhaft aufgeführt.
Dr. Phineas Parkhurst Quimby war ein amerikanischer Heilpraktiker und Geistheiler. Er erkannte bereits im 19. Jahrhundert, dass jeder Mensch für Affirmationen empfänglich ist. Er glaubte, dass Krankheiten aus negativen Gedanken und Ängsten entstehen würden und dass nur das Vollkommene wirklich ist. Alle Leiden entstünden demnach aus falschen Annahmen und können auf mentaler Ebene geheilt werden. Quimby betonte die Kraft des Glaubens und dass man das erlebe, was man denkt. Seine Lehren legen nahe, dass eine positive Einstellung und ein starkes Vertrauen in die eigenen Gedanken zu Gesundheit und Wohlbefinden führen können.
Diese Gedanken wurden von der amerikanischen Sachbuchautorin Louise L. Hay im 20. Jahrhundert weitergeführt und dank ihrer Bücher weitverbreitet. Ihre Sachbücher behandeln die verschiedensten Themen zur Lebenshilfe und ihr erstes Buch „Heile deinen Körper“ erschien 1976 und wurde sofort weltweit zum Bestseller. Ihre Methode zur Aktivierung der Selbstheilungskräfte von Körper, Geist und Seele begleitet bis heute unzählige Menschen auf dem Weg des persönlichen Wachstums. Dabei liegt für Louise L. Hay der Schlüssel in der Erkenntnis, dass Gedanken unser Leben formen und dies kann positiv oder negativ sein. Daher widmet sie sich in ihren Werken u. a. dem positiven Denken, der Autosuggestion und Affirmationen.
Auch dem französischen Apotheker Émile Coué verdanken wir einige der bedeutsamsten Einsichten über Autosuggestion und Affirmationen, die er im 19. Jahrhundert entwickelte und bis heute in vielen Verfahren der Persönlichkeitsentwicklung Anwendung finden. So konnte Coué nachweisen, dass durch positive Suggestionen und Affirmationen die Selbstheilungskräfte des Körpers aktiviert werden können. Dabei verdeutlicht der von Coué entdeckte Placebo-Effekt, wie Gedanken und Überzeugungen die Tätigkeit von Organen beeinflussen können. Zahlreiche wissenschaftliche Studien belegen mittlerweile diese Erkenntnis.
Eine Affirmation ist eine positive Aussage über dich selbst, die du laut sagst bzw. denkst. Täglich mit Affirmationen zu arbeiten, kann dir helfen, negative Aussagen dir selbst gegenüber umzuprogrammieren, damit du positivere Gedanken, Gefühle und Erfahrungen in deinem Leben manifestieren kannst.
Louise L. Hay
Positive Affirmationen – das sagt die Wissenschaft
Dass Affirmationen einen positiven Effekt auf Körper und Geist haben, wurde inzwischen durch zahlreiche wissenschaftliche Studien belegt und heute wird beispielsweise in der Psychologie bei psychischen Störungen die Affirmation als Technik eingesetzt.
Sogar beschäftig sich ein ganzer Forschungszweig, die Psycho-Neuroimmunologie, mit den Auswirkungen von Gedanken und Gefühlen auf die Tätigkeit des Immunsystems. Und die Weiterentwicklung der psychosomatischen Medizin lieferte ebenfalls eine Fülle von Erkenntnissen über das Zusammenwirken von Geist und Körper.
Aber nicht nur in der Psychologie und Medizin wird das Phänomen der positiven Affirmation und die Wirksamkeit erforscht und belegt. Auch in den Sport- und Kommunikationswissenschaften sind Affirmationen verbreitet und selbst in der Wirtschaft, um Werbung und Marketingstrategien zu optimieren.
Wie geht es weiter?
Leider wird häufig die Technik der Affirmation unterschätzt und aus diesem Grund war es mir wichtig, rund um das Thema aufzuklären. Das haben wir jetzt aber geschafft und können zum spannenden Teil übergehen: die Praxis. Aus diesem Grund möchte ich dir in meinem nächsten Blogbeitrag erklären, wie du deine eigenen Affirmationen erstellen kannst, worauf du achten solltest und wie du sie am besten in deinen Alltag einbaust. Darüber hinaus erfährst du auch, warum eine Affirmation nicht funktionieren kann. Es wird interessant werden, das kann ich dir schon jetzt versprechen.
